Fr 4.8.2017
21:00
FILM

8x8x4 SOME EXERCISE IN COMPLEX SEEING

Künstlerinnen porträtieren Künstlerinnen in einem Filmprogramm, das – nachdrücklich und mit humorvollen Untertönen – unter die Haut geht. Es gleicht einem Tanz im Boxring, den Balanceakt schaffen zu wollen zwischen den Rollen als Partnerin, Mutter und Kunstschaffender, die einem permanenten Zustand des Sich-Durchschlagens im Kulturbetrieb ausgesetzt ist. Wer hier gegen den Strom schwimmt, vergeudet Energie. Aber wer mit dem Strom schwimmt, hat auch schon verloren.

In Kooperation mit FC Gloria.

Filmlänge 81 min Filmgespräch Claudia Dermutz (MUTTER(GLÜCK)) • Carola Dertnig (SOME EXERCIXE IN COMPLEX SEEING IS NEEDED) • Viki Kühn (CHEZ NICOLE) • Claudia Larcher (SELF) • Ina Loitzl (KUNSTBOXEN) • Christiana Perschon (NOEMA) • Edith Stauber (3 MINIATUREN AUS DEM LEBEN MIT 47) Moderation Katharina Müller Barrierefrei Moderation mit Übersetzung in ÖGS • Filme mit deutschen Untertiteln (HoH)

NOEMA

Christiana Perschon • Österreich 2014 • 29 min • OmdU

»In der Nacht, wenn ich manchmal ein paar Stunden wach bin, dann sehe ich soviel. Ich mach‘ oft die Augen zu auch am Tag, um zu sehen was ich innwendig sehe.« (Tatjana Gamerith)

Die 93-jährige Malerin Tatjana Gamerith verliert langsam ihr Augenlicht. Ihre Linienführung verläuft nun intuitiv und mehr aus der routinierten Hand als über das Sehen, da sie ihren Blick nicht mehr auf einen Punkt konzentrieren kann. Blicke werden zu Berührungspunkten, wenn die Kamera Gesten der Malerin einfängt. NOEMA spielt mit Wirklichkeitsvorstellungen und markiert Sinneseindrücke. Grenzen des Abbildbaren und des Imaginären werden dabei unscharf gezeichnet und verschwimmen.

Christiana Perschon wurde für ihr einfühlsames und visuell bestechendes Dokuporträt 2014 auf dem Kurzfilmfestival Vienna Independent Shorts mit gleich drei Auszeichnungen geehrt: dem Wiener Kurzfilmpreis für den besten österreichischen Film, dem Preis der Jugendjury und dem Publikumspreis.

christiana.perschon.at

Mitwirkende Tatjana Gamerith Konzept Christiana Perschon Kamera Christiana Perschon Schnitt Christiana Perschon Ton Christiana Perschon Sound Design Peter Utvary Produktion Christiana Perschon
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SOME EXERCISE IN COMPLEX SEEING IS NEEDED

Carola Dertnig • Österreich 2012 • 3 min • OmdU

Ein Bild voller Bewegung, jedoch vermeintlich unbewegt: Carola Dertnig beim unentwegten Anschwimmen gegen einen Wasserstrom. Über ihre Bewegung am Stand vermittelt sich Dauerhaftigkeit, vergleichbar mit der täglichen Arbeit an sich selbst. Aus dem Off rezitiert die Künstlerin dazu ein Poem: alphabetisch sortierte, performancegeschichtliche Begriffe, Floskeln, Zitate. »… Dance, Dada, Document …« – ihr persönliches Referenzsystem zum Leben als steter Probe. (Diagonale)

caroladertnig.at

Mitwirkende Carola Dertnig Sprecherin Carola Dertnig Kamera Katharina Cibulka Schnitt Katharina Cibulka Produktion Carola Dertnig
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SEXY

Kurdwin Ayub • Österreich 2013 • 4 min • OmdU

Der skandalumwitterte Popstar Miley Cyrus als vermeintliches Role-Model für selbstbewusst zur Schau getragene Sexyness: Zu deren Video »We Can’t Stop« performt eine junge Frau im weniger glamourösen Jugendzimmer – (textlich) unsicher, Kaugummi kauend. Die Affirmation der inszenierten Souveränität scheitert, muss scheitern. Einmal mehr agiert Kurdwin Ayub gnadenlos – gegenüber sich selbst wie auch der filmischen Form. (Diagonale)

Mitwirkende Kurdwin Ayub Konzept Kurdwin Ayub Kamera David von der Stein Schnitt Kurdwin Ayub Musik Miley Cyrus Produktion Kurdwin Ayub
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3 MINIATUREN AUS DEM LEBEN MIT 47

Edith Stauber • Österreich 2015 • 2:15 min • OmdU

Drei Begebenheiten aus dem Alltag: Ein Ausflug, eine Migräneattacke und ein Nachmittag auf dem Sofa. In wenigen, beinahe statischen Bildern entsteht mit leisem Humor und Ironie ein Stimmungsbild aus der Mitte des Lebens – zwischen Überdruss und Behaglichkeit, zwischen Kommunikation und Kontemplation.

www.edithstauber.at

Konzept Edith Stauber Animation Edith Stauber Kamera Edith Stauber Schnitt Edith Stauber Ton Edith Stauber Musik Lea Stauber Produktion Edith Stauber
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KUNSTBOXEN

Ina Loitzl • Österreich 2015 • 5:40 min • OmdU

Mit der ihr eigenen Mischung aus Humor und manchmal brutaler Realitätsnähe schickt Ina Loitzl die Kunstfigur Artist A in den Ring. Runde um Runde kämpft sie sich weiter: gegen ihre eigene Motivation, ihre Rolle als weibliche Künstlerin, mit und gegen die Konkurrenz der KollegInnenschaft, als kleiner Teil im unüberschaubaren Kunstmarkt. Mit im Ring die prominenten GegnerInnen des globalen Kunstbusiness.

www.inaloitzl.net

Schauspiel Ina Loitzl Konzept Ina Loitzl Animation Ina Loitzl Schnitt Ina Loitzl Produktion Ina Loitzl
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MUTTER(GLÜCK)

Claudia Dermutz • Deutschland/Österreich 2017 • 7 min • OmdU

Ausgelöst durch ein einschneidendes Ereignis in ihrem Leben (das auch die Klammer des Films ist), stellt Claudia Dermutz Gedanken zu Sorgen, Ängsten, Anforderungen, Wünschen und Vorstellungen vom Leben als Künstlerin/Frau/Mutter in den Raum und zieht – wie auch schon in ihren früheren Arbeiten – immer wieder Parallelen zur Darstellung des Frauen- bzw. Mutterbildes in Literatur und Bildender Kunst.

www.claudiadermutz.de

Mitwirkende Claudia Dermutz Sprecherin Claudia Dermutz Konzept Claudia Dermutz Schnitt Claudia Dermutz Produktion Claudia Dermutz
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SELF

Claudia Larcher • Österreich 2015 • 8 min • OmdU

Die Haut selbst. Poren, Flecken, Härchen, Pickel. Durchschimmernde Adern, Falten, Kurven. Aber was für Kurven? Claudia Larcher, von Natur aus keine Freundin der eindeutigen Bilder, dafür aber der zirkelschlüssigen Struktur, inszeniert das größte Sinnesorgan des Körpers als Mutationsflächenmonster. Vom mal rauschenden, mal glucksenden, mal zerbröselnden, mitunter schmatzenden und luftschnappenden und lautfetzenden Sound Constantin Popps erregt, driftet die Erkundungsreise in wer weiß welche Fantasielandschaften ab, um schließlich zum Anfang zurückzunüchtern. Welcher Horror da jeweils durch die Netzhäute und Trommelfelle des Publikums schlägt, ist eine Frage der Nerven. (Viennale)

Claudia Larcher wurde für SELF auf der Viennale 2015 mit dem Erste Bank MehrWERT-Kurzfilmpreis ausgezeichnet.

www.claudialarcher.com

Konzept Claudia Larcher Kamera Claudia Larcher Schnitt Claudia Larcher Ton Constantin Pop Musik Constantin Pop Produktion Claudia Larcher
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CHEZ NICOLE

Viki Kühn • Österreich 2012 • 22 min • OmdU

Viki Kühn möchte mit ihren Filmen vor allem eines: berühren. Das gelang ihr mit FRIEDL (2011), und es gelingt ihr auch mit diesem schön gestalteten Porträt der als Lionel geborenen Französin Nicole, Vater von vier Töchtern. Sie hat viel erlebt und noch mehr durchgemacht, nach dem Wechsel ihres Geschlechts mit fast 70 Jahren wurde sie Tänzerin, Kunsthandwerkerin und Fotomodell. Kühn kommt ihrer Protagonistin respektvoll nahe (etwa bei der Kleider-Anprobe oder vor dem Schminkspiegel) und zeigt sie beim Tänzeln in der eigenen Wohnung, während Nicole auf der Tonspur offen aus ihrem Leben erzählt. (Viennale)

www.vikikuehn.com

Konzept Viki Kühn Kamera Viki Kühn Schnitt Viki Kühn Ton Viki Kühn Produktion Viki Kühn
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